Ein klickbarer Prototyp kann überzeugend aussehen. Genau deshalb solltest du zwei Fragen trennen:
Funktioniert der Ablauf für die Menschen, die ihn nutzen sollen?
Und ist die Anwendung bereit für den echten Betrieb?
Vibecoding hilft, die erste Frage schnell zu prüfen. Du kannst zum Beispiel sehen, ob ein Formular verständlich ist, ob eine Freigabe logisch funktioniert oder ob eine Datenansicht den Arbeitsalltag unterstützt. Fachbereiche und Mitarbeitende geben Feedback, bevor viel Zeit und Budget in eine vollständige Umsetzung fließen.
Die zweite Frage beantwortet ein Prototyp nicht automatisch. Für den Produktivbetrieb müssen unter anderem geklärt werden:
- Wer darf welche Daten sehen oder ändern?
- Wie werden Daten gespeichert, gesichert und wiederhergestellt?
- Was passiert bei fehlerhaften Eingaben, Ausfällen oder parallelen Zugriffen?
- Wie wird die Anwendung sicher mit ERP, CRM oder anderen Bestandssystemen verbunden?
- Wer übernimmt Tests, Updates, Monitoring und Wartung?
Ein funktionierender Bildschirm ist also ein Beleg für einen ausprobierten Ablauf. Er ist kein Beleg für Sicherheit, Belastbarkeit oder einen verlässlichen Betrieb.
Vibecoding ist deshalb ein Lernwerkzeug. Es macht Annahmen sichtbar, bevor sie teuer werden. Danach wird entschieden, was professionell gebaut, integriert und abgesichert werden muss.